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22. Juni 2011: ADHS – eine Diagnose wird erwachsen Referent: Dr. med. Wolfgang Dillo, Medizinische Hochschule Hannover Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist nach wie vor eine umstrittene Diagnose. Fälschlicherweise wird sie oft als Erkrankung angesehen, die nur Kinder und Jugendliche betrifft. Dabei bleibt die Störung, die sich im Kindes- und Jugendalter herausbildet, bei etwa der Hälfte der Fälle bis ins Erwachsenenalter bestehen. Die meisten Betroffenen kommen in Kontakt mit der Psychiatrie, weil sie unter Depressionen, Ängsten oder einer Abhängigkeit leiden oder weil sie durch Angehörige auf die Idee gebracht werden. Insgesamt reagieren Erwachsene mit ADHS viel emotionaler als andere Menschen und empfinden Gefühle "ungebremster". Der Begriff der „Störung“ impliziert, dass sich die Symptome vor allem nachteilig auswirken. Tatsächlich ist es aber so, dass es auch Menschen gibt, die es verstehen, die Vorteile zu nutzen, so sind sie in ihrer Hyperaktivität häufig unternehmungslustig, interessante Gesprächspartner und kreativ. Das Beschwerdebild von ADHS bleibt nicht in jeder Alterstufe gleich, sondern wandelt sich mit dem Alter. Überaktivität und Impulsivität weichen oft einer allgemeinen Leistungs- und Konzentrationsschwäche. Fast alle erwachsenen ADHS-Patienten fühlen sich innerlich ruhelos und getrieben. Im Berufs- und im Privatleben erreichen sie oft nicht die Ziele, die sie sich ursprünglich gesteckt hatten. Viele leiden vor allem unter den sozialen Folgen von ADHS: • Schlechtere Ausbildung und Karriereverlauf, als es der Begabung entspricht • Schwierigkeiten im Berufsleben mit häufigem Stellenwechsel • Erhöhte Scheidungsrate • Viele Wohnortwechsel, Umzüge Erwachsene mit der Diagnose ADHS müssen sich nicht unbedingt behandeln lassen. Obwohl die Zulassung von Stimulantien zur Therapie unmittelbar bevor steht, sind vor allem psychotherapeutische Maßnahmen empfehlenswert. Wir danken Herrn Dr. Dillo dafür, dass er uns das Gerüst seines Vortrages in Form der Präsentationsdias (Powerpoint- "Folien") zur Verfügung gestellt und uns erlaubt hat, es hier öffentlich zugänglich zu machen. Wir möchten allerdings darauf hinweisen, dass diese Informationen erst im Kontext des Gesamtvortrages voll verständlich werden. Sie sind also, .wie es grundsätzlich auch auf die anderen Fortbildungsinformationen zutrifft, in erster Linie für die Teilnehmer der Fortbildung vom 22.6.2011 zur Ergänzung oder Nachbereitung gedacht. Sie können die Diafolge entweder hier online durchgehen (mithilfe der Pfeil- Buttons oder des Pulldown-Menüs) oder sie in Form einer pdf-Datei downloaden. |