2. November 2011:    ZWANGSSTÖRUNGEN – strategisch-systemische Verhaltenstherapie
Referent: Prof. Dr. med. Iver Hand, Hamburg
Wir müssen darauf hinweisen, dass die Informationen dieses Artikels nur ein Teilthema des Gesamtvortrages repräsentieren. Sie sind daher, wie es grundsätzlich auch auf unsere anderen Fortbildungsinformationen zutrifft, in erster Linie für die Teilnehmer der Fortbildung vom 22.6.2011 zur Ergänzung oder Nachbereitung gedacht.

Zwangsstörungen führen bei Betroffenen – und deren Angehörigen! – zu einem Ausmaß an Beeinträchtigung in der Lebensführung, das dem bei psychotischen Erkrankungen gleich zu setzten ist. Die Lebenszeit-Prävalenz liegt bei etwa 3 % der erwachsenen Bevölkerung; bis zu 30% dürften intermittierend  ausgeprägte zwanghafte Denk- und /oder Verhaltensweisen entwickeln. Die Behinderungen führen bei Betroffenen – im Gegensatz zu jenen bei Angststörungen oder Depressionen – eher selten zu einer Therapiesuche! Wird Therapie gesucht, dann bieten die meisten Psychotherapeuten sie nicht an. Ein kleinerer Teil der Psychotherapeuten aller Schulen war und ist aber fasziniert von diesem Störungsbild und seinen Vorläufern im Alltagsleben.

Fortbildungsinhalte:

> Differentialdiagnostik:
   –  Zwangssymptome (als eigenständige Phänomene oder als Komorbidität)
   –  Zwangsstörungen (von den eher „neurotischen“ zu den eher  „neurologischen“)
   –  Zwangsspektrumsstörungen vs. „Verhaltenssüchte“.
 
> Verhaltensanalytische Diagnostik und Hypothesenbildung (Ähnlichkeiten/ Unterschiede zu psychodynamischen Verfahren) einschliesslich Diagnostik der  Motivation zur Veränderung bei Betroffenen und Angehörigen.
 
> Symptom-bezogene Verhaltenstherapie-Techniken und strategisch-systemische, „Ursachen“- bezogene Interventionen für Patienten und Angehörige.
 
> Kombination von VT und Pharmakotherapie: wann und in welcher Sequenz.
 
> Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen.

Die Inhalte basieren wesentlich auf der 30-jährigen Erfahrung mit der ambulanten und (teil-) stationären Versorgung Zwangskranker im Bereich Verhaltenstherapie des UKE. Zur Anwendung kamen Video-Dokumente aus Diagnostik- und Therapieprozessen. Teilaspekte wurden im Rollenspiel vertieft. Eigene „Fallbeispiele“ der Teilnehmer konnten eingebracht werden; dabei waren Beispiele aus tiefenpsychologisch fundierter oder analytischer Psychotherapie ausdrücklich willkommen.
 
Von den Materialien des Autors zum Thema bieten wir zunächst den folgenden Artikel zum Download an. Wir danken Herrn Professor Hand dafür, dass er uns diesen Artikel zur Verfügung gestellt und erlaubt hat, ihn hier öffentlich zugänglich zu machen:
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Dieser Artikel von Professor Iver Hand ist erschienen in "KONTUREN. Fachzeitschrift zu Sucht und sozialen Fragen";  Ausgabe 3-2010:
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